E2D - sind wir Raubtiere oder Beutetiere?

Max Andersson hyena, Hyäne, Raubtier, Assfresser
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Wir reagieren alle auf Gerüche, bewusst oder unbewusst. So finden wir einen Partner, das tägliche Essen. Gerüchen warnen uns vor Gefahren. Eine sehr interessante Studie wurde von den schwedischen Forschern des Karolinska-Instituts zusammen mit Matthias Laska an der Linköping Universität durchgeführt, wo ein bestimmtes Blutmolekül untersucht wurde, Trans-4,5-Epoxy (E) -2-Decenal oder kurz E2D. Verschiedene Tests wurden an unterschiedlichen Raubtieren und Beutetieren durchgeführt. Auch Menschen wurden getestet.


Die Raubtiere fühlten sich vom E2D-Molekül angezogen und taten so, als hätten sie ein Beutetier erbeutet, während die Beutetiere durch den Geruch gestresst waren und zu fliehen versuchten. Die Menschen wurden von dem Geruch abgeschreckt und zeigten verschiedene Stresssymptome, wie z.B. Handschweiss. 

 

Die Forscher der Studie behaupten, der moderne Mensch sei "zweifellos" ein Raubtier. Weil ich noch nie gesehen habe, wie ein Mensch seine Nägel und Zähne in ein Schwein steckt, ihm den Nacken abreißt und es roh isst, habe ich persönlich Schwierigkeiten daran zu glauben, dass wir jemals Raubtiere gewesen sind, es sind oder es jemals sein werden. Auch nicht mit einem kleineren Tier wie einem Huhn habe ich erlebt, dass jemand den Impuls hat, sich wie ein Raubtier zu benehmen... auch nicht bei extremem Hunger nach der Arbeit...

 

Aber vielleicht sind wir jetzt so zivilisiert, dass wir so etwas Bestialisches nicht tun würden? Wirklich? Die Massentierhaltung ist weit davon entfernt, zivilisiert zu sein. Vielmehr ist sie eine feige Art, Fleisch zu konsumieren. Außerdem wäre der Mensch dann auch kein Raubtier, sondern eher ein Aasfresser. Sogar die Hyäne, bekannt als Aasfresser, ist ein geschickter Jäger und ein Raubtier. Früher jagten wir auch, aber nicht wie Raubtiere. Wir haben immer Werkzeuge bei unserer Jagd verwendet, ausgenommen bei der Jagd auf Insekten, Vogeleier usw. Auch damals haben wir das Fleisch denaturiert, indem wir es auf verschiedene Weise vorbereitet haben, durch kochen, braten, trocknen und würzen. Vielleicht um den Geruch zu übertünchen und dieses neu entdeckte Molekül, E2D, zu überwinden? Oder dass uns ganz einfach die physiologische Voraussetzung fehlt, Fleisch zu verdauen, so wie beim Raubtier.

 

Diese Studie zeigt noch einmal deutlich, dass wir nicht das sind, was wir sein wollen, nämlich ein Raubtier. Wir sind Wannabes, wie der Affe im Dschungelbuch „ich wäre so gern wie duuuu“. Dass wir Fleisch essen, beweist lange nicht, dass wir Raubtiere sind! Unsere Zähne und unser Darmsystem sind nicht, wie bei einem Raubtier, für den Fleischkonsum bestimmt. Laut der umfassendsten Studie zum Thema, der „China-Studie“, finden Forscher mehr Gründe, warum Menschen kein Fleisch konsumieren sollten. Zum Beispiel erhöht sich das Risiko von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen anderen Krankheiten dramatisch, wenn wir mehr als 5% tierisches Eiweiß essen. Je kleiner die Menge an tierischen Proteinen, desto besser für unsere Gesundheit. Dass die Forscher in der E2D-Studie ihren eigenen Ergebnissen widersprechen, finde ich fragwürdig.

 

Dass unsere Kultur Fleisch befürwortet, hat, denke ich, ganz andere als natürliche Gründe. Es ist ein Ritual, bei dem alle teilnehmen, um kulturellen Zusammenhalt zu zeigen. Wir wollen unsere Angst überwinden und unsere Kraft zeigen. Wir wollen so mächtig sein wie das Raubtier, das um seine Beute herumschleicht und schließlich tötet. Dass ein menschlicher Karnivor (Fleischfresser) oft starke Gefühle und Aufregung zeigt, wenn jemand auf Fleisch oder Fisch verzichten möchte, zeigt eher etwas anderes als Mitgefühl, der Veganer würde nicht genügend Proteine bekommen… wie oft der unaufgeklärte Spruch lautet. Der Veganer stellt sich ausserhalb der Norm, und verrät seine Mitmenschen.

 

Der Geruch der hohlen Selbstachtung der maskierten Beute und die Angst vor Entdeckung verbreitete sich im Raum.

Die Studie ist auf die Webseite Karolinska-Instituts präsentiert  (in englischer Sprache).

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